Über Laufen, Krämpfe und humpelnde Projekte

– Gedanken zum PMCamp Rhein-Main 2017 „Projektarbeit zwischen Marathon und Sprint. – 

Der Unterschied zwischen „Laufen“ und „Laufen“.

Was Laufen angeht, bin ich Profi. Wenn ich mich richtig erinnere, beherrsche ich das Laufen schon über 20 Jahre. Es soll sogar schon Kinderfotos geben, auf denen ich einen Fuß vor den anderen setze, um von A nach B zu kommen.
(Mein älterer Bruder würde sagen, dass „B“ dabei vermutlich SEINE Gummibärchen oder Kekse waren, aber das ist so nicht richtig.)

Was Laufen angeht, bin ich Profi. Dachte ich, als ich vor ein paar Monaten beschloss, als Ausgleich zum Bürostress mehr Sport zu machen. Das Programm: Rückentraining, Rad – und Laufen.

Und so dauerte mein erster Lauf – seit der tragischen „Siegerurkunde“ beim Sportfest 1987 – genau 1 Minute und 37 Sekunden, denn nach 1 Minute und 36 Sekunden bekam ich einen Wadenkrampf.

Ich war zu schnell, war zu schlecht gedehnt, meine Bänder durch das Sitzen im Büro viel zu kurz usw.

Nach diesem desastrÖÖsen Ergebnis las ich ein Buch über Laufen, unterhielt mich mit laufenden Freunden, laufe mit Pulsuhr, habe bessere Schuhe und erziele seither deutliche Fortschritte. Ich habe nun Wissen, Technik und Ausrüstung. Läuft.

Wir lernen: Es gibt einen Unterschied zwischen „Laufen“ und „Laufen“.

Projektkrämpfe

Vor einiger Zeit kam eine Pojektleiterin zu mir: „Der Kunde X hört nicht auf uns. Die haben noch nie ein Softwareeinführungs-Projekt gemacht und halten es immer noch für den Idealweg am BigBang-Tag sieben(!!!!) Systeme gleichzeitig einzuführen. Völlig beratungsresistent.“

Merkt ihr was? Das ist wie, wenn meine längste Laufstrecke sich auf Sofa-Kühlschrank-Sofa bemisst und ich mich zum Ironman Hawaii anmelde. Nachdem ich die 1,8 km geschwommen bin, stelle ich dann plötzlich fest: „Scheiße, du brauchst ja ein Fahrrad.“

Je nach Studie scheitern zwischen 10 und 30% der IT-Projekte, 60% gelten als „schwierig“. Warum? Ganz einfach: Es fehlt, wie bei meinem ersten Lauf, an Wissen (bzw. Ehrfahrung), Technik und Ausrüstung.

Das traurige daran ist, dass bei jedem gescheiterten Projekt nicht nur Zeit und Geld verbrannt wird, sondern dass vor jedem nicht erreichten Meilenstein ein fußlahmer Projektmitarbeiter kriecht.

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Von der Couchpotato zu Ironman

Liebe Kunden, falls ihr jahrelang auf dem Sofa gesessen habt:

  • sucht euch gute Berater, die Euch „Laufen“ beibringen, denn ihr könnt nicht „Laufen“.
  • wählt kompetente Dienstleister, die prüfen, ob Ihr überhaupt ein Fahrrad habt.
  • hört auf die Berater und Dienstleister – wenigstens manchmal.
  • trainiert eure Projektmitarbeiter.

Mit einem guten Trainingsplan und etwas mehr Zeit klappt es auch mit dem Ironman.

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